{"id":392,"date":"2018-07-22T21:45:33","date_gmt":"2018-07-22T19:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/?page_id=392"},"modified":"2018-08-02T12:29:10","modified_gmt":"2018-08-02T10:29:10","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/?page_id=392","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>1885 &#8211; 1939 &#8212;\u00a0 Kreis Zellerfeld<br \/>\n1939 &#8211; 1972\u00a0 &#8212;\u00a0 Landkreis Zellerfeld\u00a0 (wurde 1939 umbenannt)<\/p>\n<p><span style=\"color: #8a0a0a;\"><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Zellerfeld ist die\u00a0 \u00e4ltere der beiden Schwesternst\u00e4dte\u00a0 und erst im Jahre 1924 wurden die St\u00e4dte \u00a0Clausthal und Zellerfeld\u00a0 vereint, nachdem sie fast\u00a0 400 Jahre\u00a0 einzeln existierten.<br \/>\nZellerfeld bekam bereits 1532 die Bergfreiheit, w\u00e4hrend Clausthal diese erst im Jahre 1554 erhielt.\u00a0 Aus diesem Grund ist das Entstehungsjahr der vereinten Stadt \u00a0auf 1532 festgelegt worden, da die erste urkundliche Erw\u00e4hnung eben aus diesem Jahr f\u00fcr Zellerfeld vorhanden ist. Nachgewiesen ist aber auch, dass Clausthal\u00a0 einige Jahre nach Zellerfeld entstanden ist (Bergfreiheit v. 1554) und der Bergbau dann auch dort aufbl\u00fchte.<br \/>\nEine Bergfreiheit beinhaltete diverse Verg\u00fcnstigungen des Landesherrn als Besitzer der Rechte an den Bodensch\u00e4tzen gegen\u00fcber seinen Untertanen, in diesem Fall den Bergleuten. Diese erhielten Privilegien wie Steuerfreiheit, eigene Gerichtsbarkeit, Marktrecht, Befreiung vom Milit\u00e4rdienst sowie verschiedene weitere gewerbliche Sonderrechte. Damit sollten Anreize geschaffen werden, an den entsprechenden Orten Bergbau zu betreiben. Der Landesherr erhielt einen vorher festgelegten Anteil am Ertrag dieser T\u00e4tigkeit (der sogenannte &#8222;Zehnte&#8220;).<br \/>\nDas Wappen der \u201eFreien Bergstadt Zellerfeld\u201c wurde \u00a0etwa 1570 eingef\u00fchrt. Es zeigt ein steigendes wei\u00dfes (bzw. silbernes) Pferd auf einem Rot-Gold gestreiften Schild. Auf fr\u00fcheren Darstellungen hatte dieses f\u00fcnf Streifen, seit 1973 werden sieben Streifen gezeigt. Das wei\u00dfe Pferd, das noch heute als Niedersachsenross bekannt ist, wurde schon im 14. Jahrhundert vom F\u00fcrstentum Grubenhagen, einem Teil des Herzogtums Braunschweig-L\u00fcneburg, gef\u00fchrt. Die Farben Gelb (Gold) und Rot stehen wahrscheinlich f\u00fcr die historischen Landesfarben des Herzogtums Braunschweig.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-395\" src=\"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/wappen-zellerfeld.png\" alt=\"\" width=\"569\" height=\"646\" \/><\/p>\n<p>Nachdem Zellerfeld 1924 mit Clausthal vereinigt wurde, \u00fcbernahm der Landkreis Zellerfeld ab 1929 dieses Wappen als sein Kreiswappen. Nach Aufl\u00f6sung des Landkreises 1972 wurde es zum Wappen der neu gegr\u00fcndeten Samtgemeinde Oberharz, die zum 1. Januar 2015 in der neugegr\u00fcndeten Berg- und Universit\u00e4tsstadt Clausthal-Zellerfeld aufging.<\/p>\n<p><strong>Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0K\u00f6nigreich Preu\u00dfen &#8211;<br \/>\n<\/strong><strong>Provinz Hannover<br \/>\n<\/strong><strong>Regierungsbezirk Hildesheim<br \/>\n<\/strong><strong>Landkreis Zellerfeld<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<table width=\"400\">\n<tbody>\n<tr>\n<td rowspan=\"2\" width=\"340\"><strong>Gemeinde<\/strong><\/td>\n<td width=\"175\"><strong>Einwohner<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>01.12.1910<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Altenau<\/td>\n<td>1.823<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Altenau, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bockswiese-Hahnenklee<\/td>\n<td>555<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Buntenbock<\/td>\n<td>587<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Clausthal<\/td>\n<td>8.266<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Clausthal, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk<\/td>\n<td>23<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Grund<\/td>\n<td>2.234<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Herzberg, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk<\/td>\n<td><strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lautenthal<\/td>\n<td>2.490<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lautenthal, Forst, Gutsbezirk<\/td>\n<td>16<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lauterberg-Kupferh\u00fctte, Forstgutsbezirk<\/td>\n<td>37<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lerbach<\/td>\n<td>1.472<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lonau<\/td>\n<td>430<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lonau, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>42<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lonauerhammerh\u00fctte<\/td>\n<td>104<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Oderhaus, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>55<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Osterode, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>19<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Riefensbeek, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Riefensbeek-Kammschlacken<\/td>\n<td>225<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sankt Andreasberg<\/td>\n<td>3.665<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sankt Andreasberg, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>20<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schulenberg<\/td>\n<td>246<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schulenberg, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>17<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sieber<\/td>\n<td>655<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sieber, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>1)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Torfhaus, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk\u00a0 <strong><sup>2)<\/sup><\/strong><\/td>\n<td>47<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wildemann<\/td>\n<td>1.560<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zellerfeld<\/td>\n<td>4.227<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zellerfeld, Oberf\u00f6rsterei, Gutsbezirk<\/td>\n<td>36<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><sup>1)<\/sup> 1903\/07: Aufl\u00f6sung des Gutsbezirkes Oberf\u00f6rsterei Herzberg (1895 = 55 EW)<br \/>\nund Bildung der Gutsbezirke Altenau, Lonau, Oderhaus, Osterode, Riefensbeck,<br \/>\nSankt Andreasberg, Schulenberg und Sieber<br \/>\n<sup>2)<\/sup> 1903\/07: Neubildung des Gutsbezirkes Oberf\u00f6rsterei Torfhaus aus<br \/>\nTeilen des Gutsbezirkes Oberf\u00f6rsterei Zellerfeld<\/p>\n<p><span style=\"color: #990b0b;\"><em>Ausz\u00fcge \u00a0aus H. Morichs \u201eChronik der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld\u201c\u00a0 von 1943<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcndung und rasches Aufbl\u00fchen der Bergst\u00e4dte Clausthal und Zellerfeld.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u2160. Gr\u00fcndung und Entwicklung im 16. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n<p>Die im Jahre 1924 zu einem Gemeinwesen vereinigten Bergst\u00e4dte Clausthal und Zellerfeld verdanken ihre Entstehung und Entwickelung dem Oberharzer Silberbergbau, der im Anfange des 16. Jahrhunderts durch Herzog Heinrich d.J. von Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel wieder aufgenommen wurde. Damals geh\u00f6rte der n\u00f6rdliche Teil des Oberharzes zum Herzogtum Braunschweig und der s\u00fcdliche Teil zum F\u00fcrstentum Grubenhagen. Die Grenze zwischen den beiden Landesteilen bildeten der kleine Zellbach und der Hornbach, in den der Zellbach einm\u00fcndet.<\/p>\n<p>Herzog Heinrich von Braunschweig nahm sich des Silberbergbaus in jenem Harzanteil mit gro\u00dfem eifer an und erlie\u00df am 16. Juni 1524 f\u00fcr Grund eine Bergfreiheit, in welchen er den zuziehenden Bergleuten und Gewerken gro\u00dfe Vorteile und Verg\u00fcnstigungen zusicherte. Diese Einladung hatte einen solchen Erfolg, das\u00df sich aus dem Erzgebirge und anderen bergbautreibenden Gegenden ganze Scharen von Bergleuten einstellten, wodurch die Bergst\u00e4dte Wildemann und Zellerfeld entstanden.<\/p>\n<p>Im grubenhagischen Harzanteil \u00a0(dem Gebiet von Clausthal) setzte der Bergbau erst etwas sp\u00e4ter ein. Nach Thomas Schreiber waren die ersten, die hier bei der alten Klause wieder etwas muteten und aufnahmen, Valentin Fleischer und Brosius Schuster. Bald fanden sich auch andere Bergleute ein, die in dieser Gegend nach Erz sch\u00fcrften. Eine der \u00e4ltesten Gruben hie\u00df St. Anna, von welcher der ganze Gangzug zuerst St. Annenzug \u00a0genannt wurde.<\/p>\n<p>Gleichzeitig baute man auch auf dem Burgst\u00e4dter Zuge, der nach der alten Burgst\u00e4tte benannt ist. Im unteren Revier dieses Zuges \u201ean dem Zellerfelde\u201c wird im Jahre 1544 die Grube des Herzogs Philipp von Grubenhagen \u201eHeilige Dreifaltigkeit\u201c erw\u00e4hnt, und schon kurz vorher hatte sich hier eine kleine bergm\u00e4nnische Ansiedlung gebildet, die man anfangs \u201eZellerfeld grubenhagenschen Theils\u201c nannte. Nachdem die neue Ansiedlung schon einige Jahre bestanden hatte, schrieb Herzog Philipp im Jahre 1548 an die Grafen Wolfgang und Albrecht Georg von Stolberg, es sei in dem Seinigen etlich Kupfer- und Bleierz f\u00fcndig und zu Gott hoffentlich, da\u00df solches zum Bergwerk gedeihen m\u00f6chte.<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Die braunschweigische Bergstadt Zellerfeld<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Herzog Heinrich lie\u00df schon 1526 auf der Winterhalbe, der Nordseite des Einersberges, ein Grube abteufen, und als in den n\u00e4chsten Jahren auch Gruben auf dem Zeller Felde, d.i. auf der von den M\u00f6nchen vom Walde freigelegten Fl\u00e4che, aufgenommen wurden, fanden die Bergleute gute Gelegenheit, sich bei den Klosterruinen anzusiedeln. Da\u00df der Ort sich schnell entwickelte, geht aus Herzog Heinrichs zweiter Bergfreiheit hervor, die er am 08. April 1532 herausgab, und die sich auch auf Zellerfeld mit bezieht. Es hei\u00dft darin, da\u00df das Zellerfelder Bergwerk, \u00fcber das sich Heinrich mit seinem Vetter, dem Herzog Philipp von Grubenhagen, nun freundlich verglichen und vertragen habe, einen sonderlichen, zutr\u00e4glichen Fortgang gewinne und sich daraus ein trefflicher Nutzen \u201eerzeuge\u201c . Der Bergort hatte demnach schon einige Zeit bestanden, und man wird nicht irre gehen, wenn man die eigentliche Nutzung Zellerfelds in das Jahr 1530 setzt. Damit stimmen auch alle \u00e4lteren Harzschriftsteller \u00fcberein..<\/p>\n<p>Die Bergfreiheit vom 08. April 1532 war f\u00fcr Zellerfeld so bedeutungsvoll, weil sich die vom Herzog gew\u00e4hrten Freiheiten mit auf diesen jungen Bergort ausdehnten, der damit gleiche Rechte wie Grund erhielt. Von Verleihung von Stadtgerechtsamen ist hier alledings noch keine Rede, dagegen erh\u00e4lt Zellerfeld Markt- und Braurechte, Freiheit zum Backen, Schlachten, Ausschenken von Wein und Bier, Zollfreiheit f\u00fcr Handel und Hantierung und Freiheit von Steuern und Hofdienst. Wenn es aber des Landes hoho Notdurft erfordere, erwarte der Herzog ihre Dienste aus gutem Willen.<\/p>\n<p>Die in der Bergfreiheit angek\u00fcndigten Vorteile und Verg\u00fcnstigungen f\u00fchrten 1533 zahlreich fremde Gewerken (Bergwerks-Unternehmer) und Bergleute herbei, es wurde auf 17 unterschiedlichen Zechen gebaut, und die Stadt war im schnellsten Aufstieg begriffen. Durch immer neuen Zuzug wuchs sie in wenigen Jahrzehnten so bedeutend heran, da\u00df sie die \u00e4lteren Schwestern Grund und Wildemann \u00fcberholte und zur Hauptstadt des braunschweigischen Harzes wurde. Deshalb, und weil in unmittelbarer Nachbarschaft das grubenhagensche Clausthal emporkam, legte man 1549 das Bergamt von Wildemann, wo es urspr\u00fcnglich seinen Sitz hatte, nach Zellerfeld.<\/p>\n<p>An dem Bergbau, f\u00fcr den der Herzog einen Berghauptmann bestellte, waren au\u00dfer reichen Privatleuten und Standesherrn vornehmlich die Hansest\u00e4dte Hamburg, L\u00fcbeck und Bremen beteiligt, die mit ihren Kapitalien auf die Entwicklung der Stadt einen g\u00fcnstigen Einflu\u00df aus\u00fcbten.<\/p>\n<p><strong>Die Stadtverwaltung<\/strong><\/p>\n<p>Das Stadtrecht wird Zellerfeld im Jahre 1535 erhalten haben, denn in diesem Jahr wurde der erste Richter, Thiele Geisner, gew\u00e4hlt. Zum Rathause kaufte die Stadt das J\u00fcrgen Kesselsche Haus an, w\u00e4hrend die Bergverwaltung ein Zehnthaus erbauen lie\u00df. Ein neues Zehnthaus erhielt Zellerfeld durch Herzog Erich von Kalenberg. Derselbe hatte n\u00e4mlich gleichfalls seinen Anteil \u00a0an den braunschweigischen Bergwerken, und jeder Herzog hielt deshalb zu Zellerfeld seinen eigenen Zehntner. Dieser war der h\u00f6chste f\u00fcrstliche Beamte den Gewerkschaften gegen\u00fcber, die dem Bergherrn den 10. Teil der Metalle abzugeben und ihm daneben den Rest zu bestimmten m\u00e4\u00dfigen Preisen(Vorkaufspreis) zu \u00fcberlassen hatten.<\/p>\n<p>Im Jahr 1539 wurde eine Wasserleitung angelegt, welche den Markt und die Stra\u00dfen gen\u00fcgend versorgte. Auch ein Brauhaus war schon fr\u00fch vorhanden, welches nach Hardanus Hake unter Wolf Seidels Teiche lag. Ma verkaufte es 1563 zur Badstube und erbaute mitten in der Stadt ein neues Brauhaus. Wolf Seidel war der alte Bergmeister, der wegen seiner treuen Dienste vom Herzog Heinrich 1549 Haus und Hof zum Geschenk erhielt.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich bestand in Zellerfeld schon damals eine Feuerwehr, denn man traf verschiedene Vorkehrungen gegen \u201e\u00f6ftere Feuersgefahr\u201c. So wurden 1579 vom Rat\u00a0 4 geschworene Feuerw\u00e4chter bestellt und 1576 mehrere Feuerteiche in der Stadt angelegt. Als 1579 beim Branntweinbrennen wieder ein Feuer ausbrach, erlie\u00df der Rat eine Feuerordnung, wie man sich in Feuersbr\u00fcnste verhalten solle.<\/p>\n<p>Als Herzog Julius zur regierung gekommen war, wandte auch er seine besondere F\u00fcrsorge der Stadt Zellerfeld zu. Er nahm hier pers\u00f6nlich die Erbhuldigung der Bergst\u00e4dte pers\u00f6nlich entgegen, hielt auf dem Marktplatze offene Tafel und spendete den Bergst\u00e4dten 5 Fa\u00df Bier. \u00a0Im Jahre \u00a01576 lie\u00df er in Zellerfeld ein neues Zehnthaus bauen, errichtete eine herzogliche Apotheke, aus der die armen Bergleute die Arzneien unentgeltlich erhielten, und stellte 1579 den ersten Arzt Dr. Crall an. Auch verlieh er der Stadt ein Amtssiegel, ein springendes Pferd im flachen Felde.<\/p>\n<p>Der Herzog besa\u00df in Zellerfeld auf dem Platze der heutigen Brauerei (heute Geb\u00e4ude im Kreisel mit dem leerstehenden ehemaligen Rewe Markt) den sog. \u201eHerrenhof\u201c, den er 1573 von seinem Oberzehntner Christoph Sander gekauft hatte, und auf dem haupts\u00e4chlich Viehwirtschaft betreiben lie\u00df. Im Jahr 1579 verkaufte er diesen Hof mit allem Zubeh\u00f6r an die Stadt, die den Viehstand aufl\u00f6ste und die Grundst\u00fccke einzel an die B\u00fcrger Zellerfelds ver\u00e4u\u00dferte. Auf dem Hofe bestand eine Brauerei, mit der nun die fr\u00fcher vom Rate mitten in der Stadt betriebene der Feuersgefahr wegen vereinigt wurde.<\/p>\n<p><span style=\"color: #990b0b;\"><em><strong>Zitat Ende<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p>Der \u00e4lteste Verein \u00a0Zellerfelds d\u00fcrfte die Zellerfelder Sch\u00fctzengesellschaft v. 1539 sein. Bereits 1539 wird ein Sch\u00fctzenhaus in einer Urkunde von Hardanus Hake erw\u00e4hnt, woraus man auch auf das Vorhandensein von Sch\u00fctzen schlie\u00dfen kann. Sp\u00e4ter wurde die gleichlautende Urkunde \u00a0auch bereits 1534 von Hake erw\u00e4hnt.<br \/>\nDer Wortlaut:<br \/>\n<strong>&#8220; Auch wurde das Rohrwasser beim schutzen Haus gefa\u00dfet, auf den Markt geleitet und in die Gassen getheilet&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #990b0b;\"><em>Morich schreibt\u00a0 u.a. weiter:<\/em><\/span><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Die grubenhagensche Bergstadt Clausthal<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie in Zellerfeld so stieg auch die Ansiedlung im Clausthaler Gebiete durch den Zuzug fremder Bergleute in kurzer Zeit zu einem ansehnlichen Bergorte empor. Im Jahr 1548 scheint die gemeinde schon einen Prediger erhalten zu haben, was daraus zu schlie\u00dfen ist, da\u00df der Rat der Stadt im Jahre 1608 in einem Streit mit dem Konsistorium in Wolfenb\u00fcttel \u00fcber das Patronat der Pfarrer nachwie, da\u00df er seit 60 Jahren, also von 1548 bis 1608 s\u00e4mtliche Prediger bestellt habe.<\/p>\n<p>Im Jahre 1554 war die Ansiedlung schon so betr\u00e4chtlich, da\u00df ihr der Herzog Ernst \u2161. , der seinem Vater in der grubenhagenschen Regierung gefolgt war, die Rechte einer freien Bergstadt verlieh. Zu diesem Zwecke und zur F\u00f6rderung seines Bergwerks erlie\u00df er am 11. Juni eine Bergfreiheit, in der er den Bergleuten und Gewerken \u201eauf dem Clausberge, in und an den Clauth\u00e4lern\u201c viele Vorteile und Verg\u00fcnstigungen zusicherte:<br \/>\nFreies Holz f\u00fcr die Gewerke, Bau- und Braufreiheit, Pr\u00e4mien f\u00fcr Entbl\u00f6\u00dfung silberhaltiger G\u00e4nge, 5 Jahre Zehntfreiheit, \u00a0gewisse Freiheit von Abgaben, Betreibung aller b\u00fcrgerlichen Gewerbe, freien Zu- und Abzug usw.<\/p>\n<p>Besonders hervorgehoben wird in der Bergfreiheit noch, da\u00df \u00a0schon vorher ein Pochwerk und eine Silberh\u00fctte auf herrschaftliche Kosten erbaut seien, von denen die letztere wahrscheinlich an der Stelle lag, wo jetzt die Frankenscharner oder Clausthaler Bleih\u00fctte sich befindet. Eine Bergordnung, die noch im Jahre 1554 herausgegeben wurde, sorgte daf\u00fcr, da\u00df sich der Bergbau und damit auch die junge Bergstadt in Ruhe und Stetigkeit weiter entwickeln konnte.<\/p>\n<p>Die neuen Clausthal Bergwerksanlagen so nahe an der Zellerfelder Grenze f\u00fchrten jedoch auf der Nachbarschaft zu mancherlei Beeintr\u00e4chtigungen, \u00fcber die sich die grubenhagensche Regierung 1548 bei Herzog Heinrich beschwerte. Dabei wird auch eine Grenzverletzung erw\u00e4hnt, durch welche 2 Wohnh\u00e4user auf grubenhagenschem \u00a0Gebiet zu Zellerfeld gezogen waren. Hake erz\u00e4hlt, da\u00df mehrere grubenhagische H\u00e4user zerst\u00f6rt seien.<\/p>\n<p>Neidisch und missg\u00fcnstig \u00fcber den Clausthaler Bergbau waren haupts\u00e4chlich die braunschweigischen Bergbeamten, mit denen die Clausthaler Beamten oft\u00a0 in Streit lagen. Dies geht auch aus den Versuchen des Berghauptmanns Sch\u00fctze in Zellerfeld hervor, im Jahre 1551 die grubenhagischen Gruben durch unberechtigte Anlage eines Teiches zu ers\u00e4ufen, was einen Schriftwechsel zwischen den Herz\u00f6gen Philipp und Heinrich veranla\u00dfte.<\/p>\n<p>Die kr\u00e4ftige F\u00f6rderung des Bergbaues durch die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung der grubenhageschen F\u00fcrsten wirkte sich sehr vorteilhaft auf die neue Bergstadt aus, die bald alle vor ihr gegr\u00fcndeten Bergst\u00e4dte \u00a0\u00fcberholte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #990b0b;\"><em>Zitat Ende<\/em><\/span><\/p>\n<p>Der \u00e4lteste Verein \u00a0Clausthals \u00a0d\u00fcrfte die Clausthaler Sch\u00fctzengesellschaft sein. Die \u00a0\u00e4lteste Clausthaler Sch\u00fctzenordnung \u00a0stammt aus dem Jahr \u00a01579, aber man darf annehmen, dass mit der erlassenen \u00a0Bergfreiheit \u00a0von 1554 das Sch\u00fctzenwesen in Clausthal seinen Anfang genommen hat. Alle fr\u00fcher unbelegten \u00a0Gr\u00fcndungsdaten sind nicht haltbar \u00a0und der inzwischen verstorbene Chronist der Clausthal Sch\u00fctzen, Albert Wiese, \u00a0hatte der Sch\u00fctzengesellschaft geraten, das Jahr 1554 als Gr\u00fcndungsjahr festzulegen.<br \/>\nMan kann davon ausgehen, dass mit der Verleihung der Bergfreiheiten auch die systematische Siedlungst\u00e4tigkeit in den Bergst\u00e4dten begann. Es ist durch keine historische Quelle zu belegen, dass vor 1554 in der \u00a0Bergstadt Clausthal eine Sch\u00fctzengesellschaft existierte.<br \/>\nAuch wenn \u00a0in den \u00d6ffentlichen Anzeigen von 1923 zu einem 400j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um \u00a0eingeladen wurde, so beruhte dieses Datum bereits auf einem Irrtum, wo historische Quellen nicht beachtet worden sind.\u00a0 Eine geplante Jubil\u00e4umsfeier (450 Jahre Clausthaler Sch\u00fctzen) \u00a0im Jahre 1973 wurde deshalb nach einer Zusammenkunft mit namhaften Historikern der Bergstadt\u00a0 Clausthal-Zellerfeld abgesagt, aber leider 25 Jahre sp\u00e4ter nicht beachtet. Es w\u00e4re sicher \u00a0an der Zeit, dieses Gr\u00fcndungsdatum zu korrigieren und den historischen Tatsachen anzupassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1885 &#8211; 1939 &#8212;\u00a0 Kreis Zellerfeld 1939 &#8211; 1972\u00a0 &#8212;\u00a0 Landkreis Zellerfeld\u00a0 (wurde 1939 umbenannt) &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;- Zellerfeld ist die\u00a0 \u00e4ltere der beiden Schwesternst\u00e4dte\u00a0 und erst im Jahre 1924 wurden die St\u00e4dte \u00a0Clausthal und Zellerfeld\u00a0 vereint, nachdem sie fast\u00a0 400 Jahre\u00a0 einzeln existierten. Zellerfeld bekam bereits 1532 die Bergfreiheit, w\u00e4hrend Clausthal diese erst im Jahre 1554 &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/?page_id=392\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGeschichte\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":434,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-392","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/392"}],"collection":[{"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=392"}],"version-history":[{"count":16,"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/392\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":422,"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/392\/revisions\/422"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/434"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/hdm-fotos.de\/test-blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}